Montessori, Wandel und Visionen - Ein persönliches Gespräch mit Schulleiterin Eva Schneider

Shownotes

Willkommen zur Premiere unseres neuen Video-Podcasts MINDSHIFT – Der Podcast des Montessori Bildungshauses Hannover. In dieser ersten Folge ist Eva Schneider zu Gast, die als neue Schulleiterin unsere Montessori-Schule maßgeblich prägt und mitgestaltet. Sie nimmt uns mit auf ihre persönliche Bildungsreise: Warum sie Lehrerin wurde, was sie an der Montessori-Pädagogik fasziniert und weshalb sie Schule als einen besonderen Lern- und Erfahrungsort versteht.

Gemeinsam sprechen wir über aktuelle Herausforderungen im Bildungssystem und warum gerade jetzt neue Ideen gefragt sind. Außerdem tauchen wir in die Montessori-Welt ein: Was bedeutet eine „vorbereitete Umgebung“? Wie fördern wir Selbstständigkeit? Und warum ist Montessori auch nach über 100 Jahren ein Konzept für die Zukunft?

http://montessori-regionhannover.de

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00:00:00: Willkommen bei Mein Schiff, der Bildungs-Podcast des Montessori Bildungshauses

00:00:05: Hannover.

00:00:06: Mein Name ist Katharina Königer.

00:00:08: Ich bin Geschäftsführerin des Bildungshauses.

00:00:10: Und ich glaube ganz fest,

00:00:12: dass wir alle immer etwas lernen.

00:00:15: In diesem Podcast geht es um moderne Bildung, um Menschen, die etwas beitragen, neue Perspektiven eröffnen und die zeigen, wie Lernen unser Leben bereichern kann.

00:00:24: Und hier gibt es Raum für Montessori und vor allem für die große Frage, wie können wir das Staunen, die Neugier und die Freude am Lernen bewahren und neu entdecken?

00:00:34: Heute habe ich einen ganz besonderen Gast bei mir.

00:00:37: Ich freue mich sehr.

00:00:40: Eine Person, die Schule mitgestaltet und prägt.

00:00:42: Eva Schneider, unsere Schulleiterin seit diesem Schuljahr.

00:00:45: Und wir sprechen darüber, wie Lernen lebendig bleibt, was Kinder brauchen und vor allem,

00:00:53: was sie selbst antreibt.

00:00:55: Herzlich willkommen Eva.

00:00:56: Ich freue mich sehr,

00:00:57: dass wir hier

00:00:59: in der Grundstufen II Bibliothek zusammengekommen sind heute an einem Sonntag.

00:01:04: Vormittag.

00:01:04: Danke.

00:01:06: Eva, was hast du heute schon gelernt?

00:01:10: Oh, ich lerne jetzt gerade zum ersten Mal ein Podcast aufzunehmen.

00:01:16: Bin total neugierig

00:01:17: auf dieses

00:01:19: ganze Setting hier und ich bin total gern in der Rolle der Lernenden und freue mich, dass wir ein Podcast machen, der nochmal ganz andere Einblicke geben kann in unsere Schule, in die Menschen.

00:01:34: an unserer Schule und in die Art und Weise, wie wir arbeiten.

00:01:39: Danke für die Einladung.

00:01:41: Und bevor wir tiefer eintauchen in Montessori, möchte ich gerne den Zuschauerinnen und Zuschauern die Möglichkeit geben, dass sie dich ein bisschen besser kennenlernen.

00:01:52: Und deshalb die Frage, die natürlich jeder Lehrer irgendwann mal gestellt bekommt, bevor du Schulleiterin wurdest, warst du eben auch Lehrkraft.

00:02:02: Und die Frage, magst du uns mal mitnehmen auf diese Reise?

00:02:08: Wie bist du Lehrerin geworden?

00:02:09: Was hat dich daran begeistert?

00:02:12: Gerne.

00:02:14: Ja, ich lerne einfach tatsächlich gerne selber.

00:02:19: Ich setze mich total gerne mit neuen Dingen auseinander, nehme neue Sichtweisen ein und... Ja, mich hat immer schon interessiert, wie Menschen sich weiterentwickeln, wie Bildung funktionieren kann, was ist dafür braucht, dass Menschen in Bildungsprozesse kommen.

00:02:36: Und als Lehrerin finde ich das so unglaublich schön, ja, in Kindern und Jugendlichen immer das schon sehen zu können, wo sie sich hinentwickeln.

00:02:46: Genau.

00:02:47: Und ich habe die ganz klassische Lehramtsausbildung gemacht.

00:02:50: Ich habe an einem Gymnasium unterrichtet.

00:02:52: Ich habe aber gleichzeitig auch an der Uni geforscht.

00:02:56: genau zu diesen Fragen, wie eigentlich Bildung, Persönlichkeitsentwicklung funktionieren kann in einem Setting wie Schule, ob und wie es funktionieren kann.

00:03:08: Und dann bin ich für mich persönlich auf Montessori gestoßen, habe mir meinen Schwerpunkt gefunden.

00:03:14: Und ich habe zum allerersten Mal einen Fuß in ein Montessori Kinderhaus gesetzt, als ich länger Zeit im Ausland gelebt habe.

00:03:24: war eigentlich vom ersten Moment ganz gefesselt von der Art und Weise, wie die Lehrkräfte dort mit den Kindern umgegangen sind, wie Klasium mit den Kindern kommuniziert haben, wie friedlich und wertschätzend das Miteinander war.

00:03:43: Und da habe ich gemerkt, ja, das ist etwas, da möchte ich für mich mehr zu erfahren und habe mich in die Montessori Ausbildung... geworfen und habe erst erst auch wirklich für das Kindergartenalter die Montessoriereausbildung gemacht und dann auch für alle anderen Entwicklungsstufen.

00:04:01: Ja und so einen ganz neuen Blick für mich entwickelt auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.

00:04:08: Und dann bist du zu uns gekommen.

00:04:11: Und dann bin ich genau, ja das hatte ich meinem Team auch schon erzählt, vor jetzt ungefähr fünf Jahren das erste Mal in diese Schule gekommen, auf den ersten Mal.

00:04:21: Das erste Mal.

00:04:22: Unsere Schule betreten durch diese schönen großen Eingangstüren.

00:04:27: Genau, das war zu einer Zeit, zu der ich eigentlich noch gar nicht wieder in Hannover gelebt habe.

00:04:30: Aber wo ich schon wusste, Montessori ist einfach eine Richtung, in der ich weiter arbeiten möchte.

00:04:38: Und ich hatte einen Kennenlerngespräch mit der damaligen Schulleiterin, Kirsten Landgraf.

00:04:45: Und sie hat so einen Rundgang durch die Schule mit mir gemacht und wir sind auf verschiedene Menschen gestoßen und es waren so kleine, aber so bedeutsame Momente, in denen ich gemerkt habe, hier an dieser Schule ist das da, was wir unbedingt brauchen, was auch die Voraussetzung ist, dafür, dass Bildung funktionieren kann und zwar sind das die Beziehung, die menschlichen Beziehung.

00:05:11: Ja, jetzt, dann habe ich mich hier in der Schule beworben, habe alles gegeben und habe dann in den Jahr- und Jahrzehnte hier als Lehrerin anfangen können zu arbeiten.

00:05:22: Ich habe in den letzten eineinhalb Jahren auch in der stellvertretenden Schulleitung gearbeitet und jetzt gehe ich seit Anfang dieses, diesen Schuljahres wieder jeden Morgen durch diese Eingangstüren.

00:05:35: Und kann es eigentlich selber kaum glauben, dass ich jetzt in der Rolle als Schulleiterin hier bin und mit einem ganz tollen Team von Menschen die Möglichkeit habe, diese Schule zu gestalten und zu entwickeln.

00:05:48: Genau, seit jetzt vier Wochen bist du Schulleiterin an unserer Schule und ich glaube... Es interessiert total viele Menschen, was genau deine Motivation war, was sind die Themenfelder, die dich faszinieren, hier Schulleiterin bei uns zu sein.

00:06:05: Vielleicht kannst du da noch ein bisschen darüber erzählen.

00:06:08: Ja, was mich total reizt an dieser Aufgabe ist die Gestaltung und Weiterentwicklung unserer Schule als Montessori Schule.

00:06:19: Mir ist persönlich ein ganz großes Anliegen, dass wir hier einen Lern- und Erfahrungsraum für unsere Schülerinnen gestalten, indem sie sich entwickeln können.

00:06:28: Und ich sehe so die großen Eckpfeiler der Montessori Pädagogik darin, dass wir daran arbeiten, unseren Schülerinnen eine allseitige Erziehung und Bildung zu ermöglichen, dass sie durch eigene Aktivitäten ihre eigenen Potenziale entwickeln können, dass sie sich immer wieder an vielen Stellen ihres Lernens als selbstgewirksam empfinden dürfen, dass sie miteinander in Kooperation mit anderen Schülerinnen lernen und vor allen Dingen auch lernen, verantwortungsvolle Entscheidungen zu übernehmen für sich und auch für die für die Erhaltung unseres Planetens und so tatsächlich.

00:07:07: zu den Changemakers in unserer zukünftigen Gesellschaft werden zu können, so groß wie das jetzt klingen mag.

00:07:13: Genau, und ich habe schon gesagt, bin einerseits habe die Montessori Ausbildung gemacht, komme aus dieser Army Montessori Welt und gleichzeitig ist es mir total wichtig, dass wir als Schule auch offen sind für neue Entwicklungen, dass wir im Austausch sind mit anderen Schulen, anderen Montessori Schulen, auch anderen Schulen insgesamt, dass wir dass wir einfließen lassen in unsere Arbeit, was an neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen da ist und immer unsere Schülerinnen dabei im Blick haben und immer versuchen, für sie den besten möglichen Lernort zu gestalten.

00:07:51: Kannst du das mit dem kooperativen Arbeiten und dem... den partizipativen arbeiten, kannst du das noch ein bisschen näher erklären oder mal ein konkretes Beispiel geben, damit die Zuschauerinnen sich vorstellen können, was genau du meinst damit?

00:08:11: Ja, na klar.

00:08:12: Dann denke ich jetzt zum Beispiel an unsere Grundstufe eins.

00:08:16: Da lernen Kinder von der ersten bis dritten Klasse gemeinsam in einem Klassenraum und dürfen an Themen arbeiten, die sie die sie reizen, die sie spannend finden, auf die sie Lust haben.

00:08:28: Zum Beispiel machen ganz viele Kinder Projekte über Tiere, die sie einfach interessant finden und tun sich dann mit Mitschülerinnen zusammen, entscheiden sich für etwas, diskutieren darüber, tauschen sich aus, verhandeln miteinander, was sie vorstellen wollen, welche Themen das sind und präsentieren das nachher auch vor anderen.

00:08:51: und merken, dass das, was sie da erarbeitet haben, dann auch für andere wichtig werden kann.

00:08:56: Und das ist das, was ich unter Kooperation verstehe.

00:09:00: Und ich denke, unsere Schüler gehen nach der Schule, also raus in eine Welt, in eine Zukunft, die immer komplexer wird.

00:09:10: und in der es sehr wichtig ist, mit anderen arbeiten zu können.

00:09:15: Absoluten, auch wissenschaftlich auch belegt, dass das Zuhören, das Austauschen, das Aushandeln von Gedanken und Ideen das ist, was wir brauchen, um nachher wirklich zu Lösungen auch für sehr, sehr komplexe Fragestellungen kommen zu können.

00:09:32: Und ja, und ich finde es einfach schön zu sehen, dass auch die Allerjüngsten bei uns in der Schule sich schon auf den Weg machen und in solche Lernsituationen kommen dürfen.

00:09:43: Was war bisher der schönste Moment für dich als Schulleiterin?

00:09:47: Das sind ja erst vier Wochen, aber vielleicht hast du schon einen.

00:09:53: Denke ich jetzt an die Einschulungsfeier.

00:09:56: Genau, wir hatten am Anfang des Schuljahres die Einschulung unserer neuen ErstklässlerInnen.

00:10:02: Das war für mich ein ganz besonderer Moment.

00:10:04: Die Kinder waren neu bei uns in der Schule.

00:10:06: Ich war selber ganz neu in dieser Rolle und es war so eine ganz besondere Stimmung im Raum.

00:10:13: Und ich habe auch diese große Verantwortung gespürt, die wir hier als Schule haben.

00:10:18: Denn wir bekommen die jüngsten Kinder in der ersten Klasse zu uns und die setzen sich in Ihrem Alltag und in Ihren ersten Lernerfahrungen mit so den kleinen Themen auseinander.

00:10:32: Aber wir sehen als Schule, dass es auch wichtig ist und dass die groß sind.

00:10:36: Beispielsweise haben sich die Schüler dann morgen der Einschulung vielleicht zu Hause dafür entscheiden müssen, ob sie lieber einen Marmeladen oder lieber einen Kisebrötchen frühstücken und mussten dabei bleiben und dafür einstehen, wofür sie sich entschieden haben.

00:10:54: Und das ist so im Alltag.

00:10:55: was ganz Kleines.

00:10:56: und später sind das große Entscheidungen, die auf die Kinder und Jugendlichen zukommen, die wiederum dann so einen großen Einfluss auch darauf haben, in was für einer Gesellschaft wir leben und wie sich unser Miteinander gestaltet.

00:11:15: Und es ist einfach toll zu sehen, dass diese Kinder neu an unsere Schule kommen.

00:11:20: und vielleicht auch ganz viele Jahre bei uns lernen und wir sie so lange auf ihrem Entwicklungsweg begleiten dürfen.

00:11:31: Wenn du selbst Schülerin wärst an unserer Schule, was würde dir daran gefallen und was sind das für Gründe?

00:11:44: Mir würde bestimmt gefallen, dass ich hier mit so vielen unterschiedlichen Kindern zusammen lernen darf in verschiedenen Altersklassen, dass ich viele eigene Schwerpunkte setzen darf.

00:11:55: Dazu, was ich lerne, mit welcher Lernbegleitung, welcher Lehrkraft ich im Austausch sein möchte.

00:12:03: Das wird mir bestimmt sehr gefallen.

00:12:06: Ich habe die Erfahrung tatsächlich auch gemacht.

00:12:08: Also ich bin selber eigentlich einen ganz klassischen Bildungsweg gegangen.

00:12:13: Ich war hier in der Stadt und Region Hannover in der Schule.

00:12:16: Ich habe unterschiedliche Schultüben kennengelernt, also die Grundschule, die integrierte Gesamtschule, das Gymnasium.

00:12:23: Ich war immer gerne Schülerin, aber so richtig... gemerkt, was Schule eigentlich auch in mir bewegen kann, habe ich, als ich in Amerika war, in New York State einen High School Jahr gemacht habe und dort in der Schule so ganz meine eigenen Schwerpunkte setzen konnte.

00:12:40: Also da gab es nicht nur, also gab es noch mehr Fächer, als ich an meinen vorherigen Schulen hatte.

00:12:47: Ich konnte mich in Sprachen und Literatur und Public Speaking und ganz vielen künstlerischen Fächern und Sport und in vielen Bereichen ausprobieren.

00:12:57: und habe mich sehr gesehen und gefördert gefühlt in meinen Schwerpunkten und hatte auch Lehrkräfte, die sehr nahbar waren, die sehr für mich da waren.

00:13:09: Und das war eine ganz besondere Erfahrung.

00:13:11: Ich habe beispielsweise dort aus so einem Zugang für mich zum Bereich Mathe gefunden, was vorher nie mein Bereich war, weil es da einfach eine Lehrkraft war, die hat immer nachmittags so extra help angeboten und jeder, der wollte, konnte kommen und hat nochmal so ganz in so einer ganz anderen Atmosphäre einfach Aufgaben durchrechnen können.

00:13:31: Ja und das sehe ich an unserer Schule auch, dass wir, dass wir hier Räume schaffen, in denen, in denen Schüler in das finden, was sie in dem Moment brauchen und so gesehen werden, wie sie gerade sind oder so wie sie in ihrer Entwicklung stehen.

00:13:46: Das denke ich, ist auch für die Schüler einfach ein tolles Gefühl.

00:13:51: Ja, wenn ich die so sprechen höre, dann fällt sofort auf, dass das so konträr geht zu den aktuellen Schlagzeilen, die es so rund um Schule gibt, sei es Unterrichtsausfall, sei es Lehrermangel.

00:14:05: Da merkt man einfach, Schule ist Im Umbruch, was ist dein erster Gedanke dazu?

00:14:11: Mein Gedanke dazu ist, dass wir wirklich grundlegend darüber nachdenken sollen, was eigentlich Schule ist und wofür Schule da ist, was für Lernräume wir an Schule gestalten wollen und ob das Unterricht... im eigentlichen Sinne sein sollte, also als verstanden, als forty-fünf Minuten Fachstunde und ob Lehrkräfte das sind, was unsere Kinder und Jugendlichen brauchen oder ob es auch noch mehr sein kann im Sinne von Lernbegleitung.

00:14:47: Genau, mir fällt ein Beispiel aus meinem eigenen Oberstufenunterricht in dieser Woche.

00:14:53: Da bin ich Ja, wurde aufgehalten und bin leider ein bisschen zu spät in meinen Unterricht gekommen.

00:14:58: und meine Lernenden sind aber nicht strukturell von mir abhängig.

00:15:02: Die sitzen dort nicht und warten darauf, dass ich komme und ihnen einen vorbereiteten Unterricht präsentiere, sondern die Lernenden haben ihr Material.

00:15:11: Die kennen ihre Lernziele, die kennen die Kompetenzen, die sie erreichen müssen und fangen einfach an zu arbeiten.

00:15:20: Und sie brauchen mich als Begleitung, sie brauchen mich zwischendurch für Austausch, für Reflektionen, auch für Rückmeldung zu ihrem Lernen.

00:15:28: Aber ich denke, wenn wir Schule anders denken, wenn wir auch andere Menschen noch in Schule denken, Expertin, auch aus außerschulischen Bereichen, dann können wir noch ganz andere Räume schaffen und haben andere Möglichkeiten.

00:15:45: Das bedeutet, die Schüler in deinem Oberstufenkurs haben im Grunde die Verantwortung für ihr Lernen übernommen.

00:15:51: Sie

00:15:52: kennen den Rahmen, sie wissen, was sie zu tun haben und machen einfach.

00:15:59: Richtig.

00:16:00: Richtig.

00:16:00: Das heißt, ich bereite diese vorbereitete Umgebung, heißt sie bei Montessori.

00:16:04: Also ich bereite diesen Lernraum für sie vor.

00:16:06: Ich stelle alles bereit, was sie zum Arbeiten brauchen.

00:16:09: Aber dann übernehmen sie die Verantwortung.

00:16:12: selbst zu arbeiten und meine Rolle wiederum ist zu schauen, sind sie auf dem richtigen Weg, wo brauchen sie vielleicht noch mal einen Moment Inspiration, wo brauchen sie vielleicht noch mal eine Rückmeldung über ihre Zeitmanagement, was es so sein kann und arbeiten aber wirklich selbst verantwortlich.

00:16:33: an ihren Themen.

00:16:35: In der Oberstufe sind die Schüler in den Jahren auch schon viele Jahre in der Schule gewesen und haben das auch schon Stück für Stück lernen können, immer selbstständiger zu werden.

00:16:44: Dann machen sie bei uns Abitur und gehen weiter viele an Unis und ein Studium und bringen dann Fähigkeiten mit, die sie dort brauchen.

00:16:55: Ja, genau, ist einfach schön.

00:16:59: Und welche Chancen siehst du gerade jetzt für Schulen, die sich neu erfinden?

00:17:04: Ich sehe zurzeit große Chancen für Schulen.

00:17:09: Ich denke, es sind viele Schulen in Bewegung.

00:17:12: Wir sind auch als Schule mit vielen anderen Schulen im Austausch.

00:17:17: Es gibt viele Möglichkeiten, zu hospitieren.

00:17:20: und zu sehen, wie Schulen in neue Wege für sich finden, ihr Lernen umgestalten.

00:17:28: Uns gibt gleichzeitig hier Niedersachsen zurzeit die Freiräumeprozesse, die viele Möglichkeiten geben, auch neue Wege zu gehen.

00:17:39: Es gibt Bildung für nachhaltige Entwicklung und das sind alles Bereiche, die wir auch für unsere Schulentwicklung nutzen, um unsere Vision vom Lernen möglich zu machen.

00:17:52: Mit Blick auf diese Herausforderung, die es da draußen gibt, was würdest du sagen, wie reagieren wir darauf?

00:17:58: Was ist vielleicht auch das Besondere hier?

00:18:05: Also ein Aspekt, den mir einfällt, ist, dass wir eine ganz lebendige Schulgemeinschaft haben an dieser Schule.

00:18:13: Wir haben beispielsweise Ende des letzten Schuljahres festgestellt, dass wir in neuen Lernformaten arbeiten und entsprechend auch an das gestaltete Räume brauchen für unser Lern.

00:18:25: Mein Aufruf in unsere Schulgemeinschaft gegeben und haben in den Sommerferien gemeinsam mit Eltern, mit Lehrkräften, mit Schülerinnen, mit Hausmeistern hier eine riesige Renovierungsaktion gemacht.

00:18:39: Sehr spontan.

00:18:40: Sehr spontan und haben richtig große Flächen, haben richtig viele Räume umgestaltet und konnten dieses Schuljahr starten mit vielen ganz toll neu.

00:18:53: Neugestalteten Räumen, was irgendwie auch so wichtig ist.

00:18:57: Wir lernen denn und auch wir selber so viele Zeiten hier in der Schule verbringen und das so einen großen Unterschied macht.

00:19:04: in was für Räumen man sich bewegt.

00:19:06: Ja,

00:19:07: mir fällt natürlich sofort vor allem die Lernbüros ein, die wir zu Anfang des letzten halb Jahres haben.

00:19:14: wir die sehr bürotypisch gedacht, so Einzelarbeitsplätze, wo die Kinder einfach konzentriert arbeiten können und haben die Rückmeldung von den Schülerinnen bekommen, dass das gar nicht so gewünscht ist und sind nochmal einen Schritt zurückgegangen.

00:19:31: haben natürlich auch nochmal mit der Montessori-Brille drauf geschaut und haben jetzt Lernbüros, wo SchülerInnen auf dem Boden arbeiten können.

00:19:38: Wir haben jetzt ganz viel Teppich auch für die höheren Jahrgänger.

00:19:41: Wir haben Bodentische, wir haben Städtische, wir haben normale Arbeitsplätze, wir haben Gruppenarbeitsplätze.

00:19:49: Das ist eigentlich eine total schöne Entwicklung und auch nur durch die Rückmeldung der SchülerInnen so möglich gewesen.

00:19:56: Und auch natürlich den Mut, den es gebraucht hat, dass die Kolleginnen das mal ausprobiert haben.

00:20:01: Wie ist denn das jetzt mit diesen Lernbüros so?

00:20:03: Wie funktioniert das?

00:20:04: Und erst dann konnte man die Erfahrung

00:20:06: machen.

00:20:11: Jetzt sozusagen würde ich gerne ein bisschen tiefer einsteigen in das Montessori-Thema.

00:20:18: Du bist Schulleiterin an einer Montessori-Schule.

00:20:21: Die Frage dringt sich auf, was ist dein Lieblingsmaterial?

00:20:25: Mein Lieblings Montessori Material.

00:20:29: Ich sag jetzt mal eins, was mir die Augen geöffnet hat und bei mir ganz viel verändert hat, auch wenn ich damit jetzt im täglichen gar nicht so viel zu tun habe.

00:20:39: Das ist ein Material aus dem Kinderhaus und zwar sind das die Bruchrechentafeln.

00:20:47: Um mit den Bruchrechnen zu tafeln, zu arbeiten, nehmen die Kinder im Kinderhaus so eine Kugelknete oder nehmen Knete, machen daraus eine Kugel und drücken die dann platt.

00:20:57: Und dann entsteht ein Scheibe.

00:21:03: Und dann gibt es dieses Bruchrechnenmaterial.

00:21:05: Das besteht aus vielen Scheiben aus einer... Vollenscheibe aus einer geteilten Scheibe, also zwei halben, drei Dritteln, vier Vierteln und so weiter.

00:21:13: Und mit dem Material habe ich dann zum ersten Mal für mich verstanden, wie das funktioniert.

00:21:21: wie Brüche addiert werden können, subtraiert werden können, multipliziert werden können, dividiert werden können, einfach dadurch, dass ich es legen konnte und das einmal gesehen habe, was eigentlich bedeutet.

00:21:30: Und das, was ich selber als Schülerin in der fünften, sechsten Klasse einfach irgendwie nicht greifen konnte und immer stumpf regeln auswendig lernen musste, um irgendwie zurechtzukommen, habe ich da dann einmal für mich verstanden und das war so ein richtiger Aha-Moment durch das Montessori-Material.

00:21:47: Ja, deswegen ist es irgendwie mein Lieblingsmaterial, auch wenn ich damit sonst... kann ich arbeiten.

00:21:52: Mein Lieblingsmaterial ist tatsächlich der rosane Turm.

00:21:56: Da hatte ich so einen Aha-Moment über das Begreifen, was das Wort eigentlich bedeutet.

00:22:03: Von außen sieht Montessori oft so schön aus, bunte Perlen, Bausteine, Freiarbeit und gleichzeitig gibt es dieses Vorurteil des Kinder bei uns machen dürfen, worauf sie Lust haben.

00:22:16: Kannst du vielleicht mal damit aufräumen.

00:22:19: Ja, genau.

00:22:20: Also zu dem ersten Aspekt mit dem Material.

00:22:24: Du hast auf den Rosatom nochmal angespielt mit dem Bauklötzen.

00:22:27: Genau, das ist ein, also das Montessori Material verfolgt ganz bestimmte Zwecke.

00:22:33: Der Rosanatom ist beispielsweise ein Material aus dem Kinderhaus, dass die Kinder sich Stück für Stück nehmen.

00:22:42: Sie können diese Kuben, zehn Stück sind das, aufeinander bauen und so eine etwas längere Arbeitssequenz sozusagen damit durcharbeiten, bauen das nachher wieder ab und stellen alles wieder zurück ins Regal, wenn sie die Aufgabe oder die Arbeit fertig bearbeitet haben.

00:23:00: Und die Kinder lernen mit dem Material einerseits sich zu konzentrieren und sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren.

00:23:09: Das ist im Kinderhaus das Bauen und später in der Schule sind das dann längere Sequenzen, die ich zum Beispiel eine Matto-Operation durcharbeite.

00:23:18: Und das bereitet sie darauf vor.

00:23:20: Gleichzeitig begreifen die Kinder sozusagen durch das Anfassen dieser Kuben Größenverhältnisse und Volumen das, was sie später dann berechnen können.

00:23:29: Und auch die lernen auch sich innerhalb des Dezimalsystems zu bewegen.

00:23:36: Alles das, was sie später auch im Bereich Mathematik brauchen und lernen auch ihre Feinmotorik dadurch zu schulen und Griffe, die sie später auch beim Arbeiten wieder benötigen.

00:23:49: Ein anderes Beispiel, was ich mal noch so ganz interessant finde, ist das Händewaschen auch im Ketterhaus.

00:23:58: Es gibt Material zum Händewaschen, also eine Schüssel, in die die Kinder Wasser füllen, mit Seife befüllen und dann ihre Hände waschen.

00:24:04: Das ist auch so eine relativ lange Sequenz, die die Kinder bearbeiten und Schritt für Schritt sozusagen diese Arbeitsprozesse umsetzen.

00:24:15: Und es gibt Kinder, die machen das wirklich, also habe ich im Kinderhaus schon beobachtet, machen das minutenlang, stundenlang, tagelang, sind sie am Händewaschen, bis sie irgendwann so ganz schrumpelige Hände bekommen.

00:24:28: Und da geht es darum, dass die Kinder, also es geht nicht darum, dass die Kinder ausschließlich, sozusagen den Nutzen von dieser Aufgabe haben, dass sie ihre Hände sauber haben, denn das hätten sie auch noch einmal händewaschen oder vielleicht noch zweimal händewaschen geschafft.

00:24:44: sondern sie bearbeiten diesen Entwicklungsschritt für sich so lange, bis sie ihn für sich abgeschlossen haben und dann auch vielleicht vom einen Moment auf den anderen kein Interesse mehr an diese Aufgabe haben.

00:24:55: Sie lernen eine Reihenfolge von Dingen durchzuführen.

00:25:00: Sie lernen aber beispielsweise auch, wenn sie die Schüssel mit dem Wasser wieder auslernen, sie dann trocken zu wischen und machen so eine Wischbewegung.

00:25:07: Und diese Wischbewegung wiederum ist dann eine Bewegung, die sie später brauchen, wenn sie schreiben lernen wollen, wenn sie Bewegung mit dem Stift machen.

00:25:14: Das heißt, ich finde es immer einfach toll zu sehen, wie die unterschiedlichen Lernbereiche über Montessori alle zusammenhängen und die Kinder wirklich in ihrer Entwicklung darauf vorbereiten, was im nächsten Entwicklungsphase oder im nächsten Entwicklungsschritt für sie dann wichtig sein könnte.

00:25:34: Dein zweiter Aspekt war die Frage danach, ob die Kinder machen dürfen, worauf sie Lust

00:25:39: haben.

00:25:40: Genau.

00:25:41: Also ich freue mich oft zu sehen, dass die Kinder mit Lust lernen und mit Freude ihre Aufgaben machen.

00:25:48: Es bedeutet aber nicht, dass sie immer genau nur das machen, wo sie sich gerade sozusagen zu belustigt fühlen, sondern es gibt im Montessori bei Montessori einen ganz klaren Rahmen.

00:25:58: Das ist die vorbereitete Umgebung.

00:26:02: Die Kinder bewegen sich dort... selbstständig, aber auch mit Verantwortung für ihr eigenes Lernen.

00:26:09: Und es gibt jetzt da Regeln, wie sie sich in diesem Raum verhalten, welches Material sie sich wie nehmen dürfen, wie sie es zurückstellen und so weiter.

00:26:17: Die Freiheit besteht schon darin, dass sie in ihrer eigenen Dynamik lernen dürfen.

00:26:20: Das heißt, wenn ich jetzt zum Beispiel an die Grundstufe eins denke, dann arbeiten nicht alle Kinder am selben Material oder an denselben Aufgaben gleichzeitig.

00:26:31: Beispielsweise schreiben nicht alle den denselben Buchstaben.

00:26:36: zur selben Zeit, sondern sie bearbeiten die Aufgaben oder setzen sich mit den Dingen auseinander, die für ihre Entwicklung in dem Moment gerade die richtigen sind.

00:26:47: Und das ergibt sich natürlich auch schön in so einem altersgemischten Klassenraum, dass man sich dann in den Bereichen, in dem man sich zu bestimmten Materialien oder bestimmten Lernpartnern hingezogen fühlt, auch mit denen gemeinsam arbeiten kann und in anderen Bereichen vielleicht woanders.

00:27:00: Das heißt, die Kinder haben durchaus die Freiheit in ihrem eigenen Tempo zu lernen.

00:27:09: Genau, wenngleich sie sich auch nicht immer alles aussuchen können, was sie lernen möchten.

00:27:14: Die Montessori-Pädagogik ist schon über hundert Jahre

00:27:16: alt.

00:27:17: Wie würdest du sagen, passt das in die Schule der Zukunft?

00:27:24: Maria Montessori hat schon vor über hundert Jahren erkannt, dass wir für unsere Schülerinnen einen Lern- und Erfahrungsraum gestalten müssen, der sie darauf vorbereitet, in ihre eigene Zukunft weitergehen zu können.

00:27:39: Und deswegen ist es sehr konsequent, auch genau gedacht, für die Zukunft, die wir als Erwachsene noch gar nicht voraussehen können.

00:27:48: Das heißt... Auch Maria Montessori hat schon erkannt, dass eine reine Wissensvermittlung eigentlich nicht mehr das sein kann oder auch damals schon nicht sein konnte, was Kinder und Jugendliche brauchen, um vorbereitet zu sein für ihre Zukunft, sondern dass es viel mehr braucht.

00:28:05: Jetzt leben wir heute in Zeiten wirklich großer Veränderungen und unsere Aufgabe muss es sein, unsere Kinder und Jugendlichen in eine sehr komplexe Welt zu begleiten und ihnen dafür in inneren Kompass mitzugeben, der ihnen hilft, sich durch diese Komplexität zu navigieren.

00:28:26: Absolut, weil die meisten ja noch gar nicht wissen und auch nicht wissen können, wie diese Welt dann aussehen wird, wenn sie dann einmal sozusagen die Schule verlassen haben werden.

00:28:37: Insofern ist das genau das, was uns ja immer wieder leitet, dieser innere... Kompass.

00:28:44: Ja, aber was wir, was wir definitiv schon absehen können, ist, dass unsere Welt zunehmend digitaler wird.

00:28:49: Absolut.

00:28:50: Deswegen ist es auch für uns als Montessori-Schule einfach konsequent, Schülerinnen auch im digitalen Bereich zu stärken, ihnen auch dort die Fähigkeiten mitzugeben, die sie brauchen, um sich orientieren zu können, um sich sicher bewegen zu können, aber nicht nur das, sondern ihnen auch noch sagen die, die das Vertrauen mitzugeben, dass sie diese Welt auch aktiv mitgestalten können.

00:29:12: entsprechend arbeiten wir seit diesem Schuljahr auch mit einer digitalen Lernplattform bei uns an der Schule, die unseren Schülerinnen nochmal die Möglichkeit gibt, ihr selbstständiges Lernen gut zu organisieren, ihre Fortschritte zu dokumentieren, sich mit ihren eigenen Lernzielen auseinandersetzen zu können.

00:29:30: und so wollen wir genau diese Verbindung schaffen, dass wir einerseits mit den Montessori Grundprinzipien arbeiten und dass wir andererseits die Schülerinnen stärken für die Zukunft und treffen werden.

00:29:45: Die Zukunft ist ja in jedem Fall irgendwie KI.

00:29:49: Es ist schon eigentlich Gegenwart, so zu sagen.

00:29:52: Und wir haben uns ganz fest vorgenommen in unserem Strategie Papier für Lernhilfe mit einzuführen und da arbeiten wir auch schon im Hintergrund dran, dass wir das mehr und mehr einbringen, denn das ist glaube ich ein ganz wesentlicher Aspekt in der Zukunft.

00:30:15: Absolut und benutzen unsere Schülerinnen natürlich auch jetzt schon und Lehrkräfte auch und genau.

00:30:22: Das ist auf jeden Fall auch ein großes Thema auch für uns.

00:30:26: Sehr schön.

00:30:28: Dann kommen wir jetzt zu einer festen Rubrik des Podcasts.

00:30:32: Die Schnellfrage, Runde fünf Fragen, fünf Minuten, kurz knackig, bist du bereit?

00:30:38: Ja.

00:30:39: Kaffee oder Tee?

00:30:41: Kaffee der Tee, da sage ich aus Friesen Tee.

00:30:44: Mit Klund hier und Tee Sahne, bitte.

00:30:46: Das ist in meiner Familie immer Tradition gewesen, dass wir Kinder nach der Schule nach Hause gekommen sind und dann gab es immer ein Tee und Zeit, vom Tag zu erzählen.

00:30:55: Wie schön ist das, was für ein schönes Ritual.

00:30:57: Fürs Nüsse mal merke ich mir das für unseren nächsten Podcast.

00:31:00: Gibt's

00:31:00: aus

00:31:01: Friesen Tee.

00:31:02: Dein Lieblingsort in der Schule.

00:31:04: Lieblingsort, würde ich eigentlich sagen, die Bibliothek hier war bislang auch mein Lieblingsort, die ist so schön liebevoll eingerichtet und hat die schönen Bücher hier stehen.

00:31:14: Aber jetzt ganz neu wäre es eigentlich die Mensa.

00:31:16: Ich habe es in vielen Tagen schon sehr gerne in unseren neuen Mensa gegessen und liebe diesen Ort, wo mittags alle zusammenkommen und der auch ein neuer Lernort in unserer Schule werden soll.

00:31:28: Welches

00:31:28: Fach hast du als Schülerin geliebt?

00:31:31: Ganz klassisch, mein Unterrichtsfecher, Deutsch, Englisch, Politik.

00:31:36: Aber ich habe mich tatsächlich eigentlich gerne für alle Fächer oder Themen begeistern lassen, bei denen ich die Nähe zu der Lehrkraft auch gespürt habe.

00:31:46: Also immer, wenn dich jemand begeistert hat.

00:31:48: Genau.

00:31:49: Konnte ich auch immer sehr gerne begeistern lassen und für Neues mitreisen lassen.

00:31:53: Schön, Smartphone, Fluch oder Segen.

00:31:57: Smartphone unverzichtbares Arbeitsmittel geworden, aber ich genieße auch wirklich sehr meine handyfreien Momente.

00:32:07: Und wenn du nochmal einen Tag Schülerin wärst, in welchem Jahrgang wärst du gerne und was würdest du gerne

00:32:12: machen?

00:32:13: Oh ja, das würde ich super gerne machen, kann ich mir gar nicht entscheiden.

00:32:17: Wo genau?

00:32:17: Also ich... würde super gerne mal einen Tag in der Grundstufe eins mit meinen Freunden gemeinsam an so einem Tierprojekt forschen, vielleicht direkt zur Wüstenspringmaus und das Tier so von oben bis unten durchleuchten und das dann präsentieren.

00:32:34: Die können wir aber auch total schön vorstellen, meinen Tag in der Grundstufe zwei zu beginnen, mit Meditation macht Schule, anschließend mit einem Kalligraphieangebot und so ganz ganz bei mir erst mal sein.

00:32:48: oder hätte auch große Lust darauf in der Mittelstufe im zukünftigen Makerspace an der Siebdruckmaschine, wie Schul-Merge zu machen.

00:33:01: Oder auch genauso in der Oberstufe, einen Tag zu sein und mit meinen Mitschülern gemeinsam.

00:33:07: einen ganz komplexen philosophischen Text auseinander nehmen und so beim Sprechen miteinander neue Dinge zu verstehen und mein Horizont zu erweitern, das kann ich mir auch sehr gut vorstellen.

00:33:19: Also eigentlich überall.

00:33:20: Danke dir.

00:33:22: Ich möchte gerne mit dir gemeinsam nochmal einen Blick in die Zukunft

00:33:26: werfen,

00:33:27: so zum Ende.

00:33:29: Vielleicht auch ein Stück weit losgelöst von uns als Schule, wenn du eine Schule der Zukunft dir malen könntest in zwanzig Jahren, wie würde diese Schule

00:33:42: sein?

00:33:45: Das wäre eine Schule, in der die SchülerInnen mit ihren Bedürfnissen absolut im Mittelpunkt der Schule stehen, in der alles um sie herum organisiert ist, so dass sie sich in ihrer Entwicklung entwickeln können.

00:33:59: Und wo nicht die SchülerInnen sozusagen die Anforderung nicht an die Schülerinnen da ist, sich an die Strukturen anzupassen, die von außen geschaffen wurden, wo sie nicht in die Schule kommen und einen Job erfüllen müssen, nämlich die gute Schülerin oder ein guter Schüler zu sein, mit ganz bestimmten Erwartungen, die daran gebunden ist, sondern dass sie dort ihre eigene Entwicklung leben können.

00:34:22: Und das wäre für mich eine Schule, die den ganzen Tag geöffnet hat, wo unterschiedlichste Angebote laufen, wo ich meine eigenen Schwerpunkten nachgehen kann, wo ich ganz viel im Austausch sein kann mit anderen, wo Lehrkräfte da sind, die mich als Lehranbegleitung begleiten, wo Expertinnen da sind, die mich für neue Themen mit reißen.

00:34:40: So ein ganz lebendiger Ort wäre das für mich.

00:34:44: Was wünschst du Kindern, die heute jetzt in Schule kommen und damit sie einfach lernen und gut entdecken und wachsen können für sich, was wünschst du ihnen?

00:34:57: Ich wünsche allen Kindern, die in Schule lernen, dass sie dort auf Menschen treffen, denen sie wichtig sind, die sie sehen und die sie in ihrer Entwicklung sehen.

00:35:11: Da fällt mir... ... fällt mir im Studie ein von dem ... ... Erziehungswissenschaftler Marfalani, ... ... der gesagt herausgefunden hat, ... ... dass es an vielen ... ... oder vielen Kindern ... ... leider so geht, ... ... dass sie sich gar nicht so sicher sind, ... ... aber ob es eigentlich an Schulen ... ... Menschen gibt, denen sie wichtig sind.

00:35:29: Und ... ... ich würde mir das so wünschen, ... ... dass das für alle Kinder ... ... immer so wäre.

00:35:34: Ja,

00:35:35: bin ich ganz bei dir.

00:35:37: Ja,

00:35:38: zum Abschluss ... ... keine Hausaufgabe.

00:35:42: Wir sind ja beim Montessori.

00:35:45: Lieber

00:35:46: ein positiver Impuls.

00:35:47: Das letzte Wort gehört dir.

00:35:50: Lass uns teilhaben an deinen Gedanken und vervollständige den Satz.

00:35:55: Schule ist für mich.

00:35:58: Schule ist für mich ein Ort, ein bedeutungsvoller Ort, an dem junge Menschen zusammenkommen, gemeinsam lernen und ihre Persönlichkeiten entwickeln, die die sie mit in die Welt hinausgehen nehmen und damit unsere Gesellschaft, unsere zukünftige Gesellschaft prägen.

00:36:23: Genau, vielleicht ein bisschen komplexer Satz.

00:36:25: Ich habe eher ein Bild im Kopf, nämlich das Bild, dass ich mit meinen Schülerinnen gemeinsam Buch aufschlage und wir uns so reinziehen lassen in die Geschichte und eintauchen und gemeinsam ins Denken darüber kommen und so alles, um uns vergessen und in unserem Flow sind.

00:36:45: und alles andere rauscht so vorbei.

00:36:46: Das ist für mich eigentlich so ein... Bild und Wunsch an Schule.

00:36:51: Schön,

00:36:51: hast du das

00:36:52: formuliert.

00:36:53: Ja, und damit sind wir schon am Ende.

00:36:55: Ich will mich ganz herzlich bedanken bei dir, dass du hier die erste Podcast-Folge mit mir aufgenommen hast, den Mut hattest, hier zu kommen, die die Zeit genommen hast und so viel auch von dir und deiner Haltung

00:37:09: und

00:37:10: dein Ideen zur Schule mit uns geteilt hast.

00:37:12: Ganz lieben Dank, Eva.

00:37:13: Bis ganz bald.

00:37:14: Sehr, sehr gerne.

00:37:15: Tschüss.

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